18. Mai 2026: Ausstieg Bushaltestelle Börnicke - Denkmal. Denkmal?
Ja, ein Denkmal, ein wenig versteckt, außerhalb des Ortes und so voller Erinnerung an menschliche Bösartigkeit. Ein Denkmal, das daran erinnert, dass im Mai 1933 nur wenige Monate nach der Machtübernahme Hitlers hier in Börnicke eines der ersten Konzentrationslager in Brandenburg errichtet wurde. SA-Leute, SS-Männer, Polizisten und Angehörige des „Stahlhelms“ verschleppten in nur drei Monaten zwischen 500 und 600 Menschen hierher – politische Gegner wie mutige Demokratinnen und Demokraten, Kommunisten, Sozialdemokraten, Gewerkschafter, Angehörige der kirchlichen Gemeinden und jüdische Menschen. Die ersten, die ankamen, waren im Grunde Nachbarn …
Seit vielen Jahren ist dieses gemeinsame Erinnern den Schülerinnen und Schülern der Geschichts-Kurse des Goethe-Gymnasiums Nauen ein Anliegen. Gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der Stadt Nauen wie dem Bürgermeister Dr. Michael Wiebersinsky oder dem Ortsvorsteher Robert Pritzkow und Superintendentin Dr. Sarah-Magdalena Kingreen erinnern die Schülerinnen und Schüler daran, wie es begonnen hat, Menschenrechte und Bürgerrechte zu nehmen. Auch Johannes Funke, MdL, sperrt in jedem Jahr seinen vollgepackten Kalender, um an dieser Veranstaltung teilnehmen zu können.
In diesem Jahr sprach Cécile Manthee, 11. Jahrgang, vor den Anwesenden und mahnte eindringlich vor den Gefahren nationalistischer Strömungen. Begleitet wurde die Gedenkveranstaltung von Josephine Fleischer am ePiano und Anastasia Nagler an der Geige.
In jedem Jahr werden Kränze zur Erinnerung abgelegt, um die Vorbeifahrenden aufmerksam zu machen. Da war etwas. Warum liegen denn da auf einmal Kränze? Blumen, um zum Denken anzuregen.
Cécile Manthee sagte dazu:
„Ein Gedenktag wie dieser ist nicht nur ein Blick in die Vergangenheit. Er ist auch ein Auftrag für die Gegenwart und die Zukunft. Wir erinnern uns daran, dass Freiheit und Demokratie nicht selbstverständlich sind.“
Diese Veranstaltung bietet die Möglichkeit, miteinander ins Gespräch zu kommen und zu zeigen, dass politisches Handeln und Gefahren einer wiederkehrenden Diktatur im eigenen Umfeld nicht nur von Wahlplakaten auf uns zu kommen, sondern uns unmittelbar betreffen.
Müssen wir uns schuldig führen an den Ereignissen, die 1933 ihren Lauf in Orten wie Börnicke begannen? Nein, aber wir müssen uns schuldig fühlen, wenn wir es zulassen, dass sie wieder eintreten! Und anders als die Urgroßeltern, Großeltern können wir nicht sagen, wir wussten es nicht besser.
Wer die Geschichte kennt und sich traut, den Kopf zu benutzen und über Wahlprogramme nachdenkt, der muss es besser wissen!
Besonderer Dank gilt Herrn Steffen Graul-Egerland, der zusammen mit seinen Schülerinnen und Schülern sowie Frau Artelt, Stadt Nauen, diese eindrückliche Gedenkveranstaltung organisierte.